08.06.2016
350 Teilnehmer auf Fehmarn Link Business Conference

Mit 18 Kilometern Länge entsteht bis 2028 zwischen der dänischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn der längste Absenktunnel der Welt. Vorbereitung und Bau des Tunnels sowie der notwendigen Infrastruktur bieten Unternehmen vieler Branchen große Chancen. Daher war der Andrang bei der ersten Fehmarn Link Business Conference im dänischen Holeby groß. Mehr als 350 Teilnehmer aus Deutschland, Dänemark, Schweden und weiteren europäischen Ländern informierten sich über die Beteiligungsmöglichkeiten am Bau des Fehmarnbelt-Tunnels. Alles Wissenswerte erfuhren sie aus erster Hand von Vertretern der Baukonsortien Fehmarn Link Contractors und Fehmarn Belt Contractors. Darüber hinaus berichteten Repräsentanten der von Banedanmark beauftragen Firma MJ. Ericsson über den noch im kommenden Herbst beginnenden Ausbau der Schienenanbindung zwischen Ringsted und Nykøbing-Falster. Auf der begleitenden Messe mit 50 Ständen lokaler und überregionaler Unternehmen sowie Dienstleister tauschten sich die Teilnehmer aus und knüpften neue Kontakte.

Zur Fehmarn Link Business Conference hatten Femern Belt Development, die IHK Schleswig-Holstein, die IHK zu Schwerin, Dansk Industri, Dansk Erhverv, Dansk Byggeri und das Fehmarnbelt Business Council (FBBC) eingeladen. Mit dem neuen Format eröffneten sie den Unternehmen eine Informationsplattform für den Austausch mit den Baukonsortien des Fehmarnbelt-Tunnels und der dänischen Schienenanbindung. Obwohl die Tunnelbau-Konsortien aufgrund des noch fehlenden deutschen Planfeststellungsbeschlusses noch keine Verträge mit Unterauftragnehmern unterzeichnen könnten, sammelten die Auftraggeber Informationen und Angebote potenzieller Zulieferer, um sich einen Überblick zu verschaffen und bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können. Femern Link Contractors kündigte an, für die Informationsbereitstellung ein Portal zu erstellen. Und Fehmarn Belt Contractors bat um weitere Interessenbekundungen per E-Mail an die Adressen fbcprocurement@boskalis.com oder producement@vanoord.com.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion unterstrichen Vertreter des FBBC, der IHK zu Schwerin, IHK Schleswig-Holstein und Dansk Erhverv die Bedeutung des Tunnels und deren Nutzen für die Entwicklung einer prosperierenden Fehmarnbelt-Region. So unterstrich Rüdiger Schacht, FBBC-Mitglied und stellvertetender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck: „Für die Entwicklung einer gemeinsamen Fehmarnbelt-Region ist es von vordringlicher Bedeutung, dass wir uns gemeinschaftlich über Ländergrenzen hinweg auf die entstehenden Möglichkeiten vorbereiten. Dafür ist eine funktionierende infrastrukturelle Anbindung des Tunnels genauso wichtig wie abgestimmte Gewerbeflächenkonzepte. Wir arbeiten deshalb seit Jahren eng mit unseren Partnern in Norddeutschland, Dänemark und Südschweden zusammen.“

FBBC-Chairman Siegbert Eisenach pflichtete ihm bei: “Der Tunnel ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer gemeinsamen Fehmarnbelt-Region. Dennoch ist es entscheidend, dass wir uns schon heute unterschiedlicher Themen annehmen, wie dem Abbau von Hürden für einen gemeinsamen Arbeitsmarkt oder den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft über Grenzen hinweg. Nur durch derartige Projekte wird die Fehmarnbelt-Region zu einer prosperierenden Wirtschaftsregion zusammenwachsen.“ Eisenach will die Aufbruchsstimmung nutzen und lud die Teilnehmer der Fehmarn Link Conference zu den Fehmarnbelt Days 2016 vom 20. bis 22. September in Hamburg ein.